Es gibt Rezepte, die klingen in meinem Kopf immer erst mal nach „gesund“ und dann nach „naja… essbar“. Und dann gibt es Rezepte, die passieren aus Versehen und werden plötzlich zum Dauerbrenner – so wie dieses Erdbeerkuchen Rezept ohne Zucker.
Dieser zuckerfreie Erdbeerkuchen gehört definitiv zur zweiten Kategorie.
Ich wollte eigentlich nur „irgendwas mit Erdbeeren“ machen, weil hier eine Schale Erdbeeren stand, die mich wirklich sehr vorwurfsvoll angeschaut hat. Mein Mann? Eher Team „Kuchen muss nach Kuchen schmecken“. Du weißt schon: süß, fluffig, glücklich.
Und dann kam dieser Moment, den ich selten erlebe:
Er nimmt ein Stück, kaut, guckt kurz skeptisch (weil er gelernt hat, dass bei mir manchmal sowas wie Kichererbsen im Teig lauern könnte) und sagt:
„Okay… der ist richtig gut. Machst du den nochmal?“
Tja. Wenn ein Mann, der normalerweise nicht mal „Quark“ freiwillig sagen würde, nach Nachschub fragt, dann ist das ein einfaches Erdbeerkuchen Rezept, das einen eigenen Blogbeitrag verdient hat.
Und du bekommst hier nicht nur das Erdbeerkuchen Rezept, sondern auch:
- warum Erdbeeren für die Gesundheit wirklich spannend sind
- wie du richtig gute Erdbeeren auswählst (ohne Lotto-Gefühl im Supermarkt)
- wie du den Kuchen blutzuckerfreundlicher machst
- 7 häufige Fragen als Q&A
Wichtig: Das ist kein „Erdbeerkuchen ohne Zucker, der nach Pappe schmeckt“. Das ist ein zuckerfreier Erdbeerkuchen, der nach Sommer schmeckt.
Erdbeeren: klein, rot, unterschätzt
Erdbeeren haben ein Imageproblem. Viele denken: „Ist halt Obst. Süß. Lecker. Ende.“
Dabei sind Erdbeeren ernährungstechnisch ziemlich interessant, gerade wenn du an deinem Blutzucker arbeitest oder abnehmen willst.
Benefits von Erdbeeren für die Gesundheit
Erdbeeren sind:
- kalorienarm und gleichzeitig geschmacklich „groß“
- ballaststoffhaltig (vor allem im Verhältnis zu ihrer Kalorienmenge)
- enthalten Vitamin C
- liefern sekundäre Pflanzenstoffe (unter anderem Anthocyane, die Erdbeeren ihre Farbe geben)
Was das im Alltag bedeutet:
- Erdbeeren sind eine süße Komponente, die du oft nutzen kannst, ohne dass du gleich eine Zuckerbombe baust.
- Kombiniert mit Fett und Protein können sie gut in eine blutzuckerfreundliche Ernährung passen.
Interessanter Fakt: Viele „Erdbeerprodukte“ schmecken gar nicht nach Erdbeeren, sondern nach Aroma plus Zucker. Echte Erdbeeren schmecken viel intensiver, wenn sie reif sind. Und genau deshalb ist die Erdbeer-Auswahl so entscheidend.
Wie man gute Erdbeeren auswählt (und sich nicht veräppeln lässt)
Erdbeeren sind Divas. Eine Schale kann himmlisch sein und die nächste schmeckt nach „nass und beleidigt“. Das liegt oft daran, wann sie geerntet wurden und wie lange sie unterwegs waren.
Darauf achtest du beim Kauf
1. Geruch
Wenn du nichts riechst, wird es geschmacklich meist auch nichts. Gute Erdbeeren duften.
2. Farbe
Sie sollten gleichmäßig rot sein. Große helle Stellen deuten oft auf unreif geerntet hin.
3. Glanz und Druckstellen
Zu glänzend kann manchmal auf „zu früh geerntet“ hindeuten. Druckstellen sind ein Zeichen: schnell essen.
4. Grün (Kelchblätter)
Frisch grün statt schlapp. Schlapp heißt meistens: schon länger unterwegs.
5. Größe ist kein Qualitätsmerkmal
Manche kleinen Erdbeeren sind geschmacklich eine Bombe. Manche riesigen sind… naja.
Regional und saisonal: dein Geschmackstrick
Wenn du die Wahl hast: nimm Erdbeeren aus der Nähe. Die dürfen reifer geerntet werden, weil sie keinen halben Kontinent überleben müssen.
Gute Erdbeeren sind das A&O für einen wirklich leckeren Kuchen – ganz egal ob mit Zucker oder zuckerfrei.
Warum „zuckerfrei“ beim Erdbeerkuchen überhaupt Sinn ergibt
Ein klassischer Erdbeerkuchen ist oft:
- Rührteig oder Biskuit
- Pudding oder Tortenguss
- und dann oben drauf eine Schicht „Sommer“, die in Zuckerwasser badet
Schmeckt gut, klar. Aber wenn du Insulinresistenz hast oder abnehmen willst, ist das genau die Art Kuchen, nach der du 90 Minuten später wieder Snackgedanken bekommst.
Dieser Erdbeerkuchen ohne Zucker setzt deshalb auf:
- eine sättigende Basis (mehr Protein, mehr gute Fette)
- eine Creme ohne Zucker
- natürliche Süße aus Erdbeeren und optional einem geeigneten Süßungsmittel
Zuckerfreier Erdbeerkuchen: das einfache Erdbeerkuchen Rezept
Das ist mein Lieblingsformat: schnell, stabil, alltagstauglich. Kein Tortenguss, keine Konditor-Ausbildung. Dabei können sogar schon kleine Kinder mithelfen.
Du brauchst (für eine Springform, ca. 26 cm)
Boden (Mandelboden):
- 200 g gemahlene Mandeln
- 2 Eier
- 60 g Butter oder Kokosöl (geschmolzen)
- 2 EL Erythrit oder Xylit (nach Geschmack)
- 1 TL Backpulver
- 1 Prise Salz
- 1 TL Vanille (gemahlen oder Extrakt)
Creme:
- 400 g Quark (20 % oder Magerquark, je nach Ziel)
- 200 g griechischer Joghurt (oder Skyr)
- 2–3 EL Erythrit-Puder oder fein gemahlenes Erythrit
- Abrieb einer Bio-Zitrone (optional, aber genial)
- 1 TL Vanille
- Optional: 1–2 TL Flohsamenschalen oder 4 Blatt Gelatine, wenn du es fester willst
Topping:
- 500–700 g Erdbeeren
- Optional: ein paar gehackte Pistazien oder Mandelsplitter
Hinweis: Wenn Kinder mitessen, nutze statt Erythrit oder Xylit lieber Dattelsüße*. Wieso das so ist, erkläre ich dir in diesem Blogartikel.
Küchenequipment, das dir (und mir) das Leben leichter macht
- Eine Springform, die nicht leckt und nicht klebt (wir nutzen diese*)
- Eine runde Küchenwaage, weil die meisten Schalen und Teller nunmal rund sind. Frage mich immer, wieso die meisten eckig sind und große Schüsseln oft nicht richtig draufstehen können (und dann ungenau gemessen wird). Meine Empfehlung – rund, günstig und genau*
- Eine Küchenmaschine erleichtert das Backen ungemein. Wer eine günstige Alternative zur teuren KitchenAid sucht, wird hier* fündig. Ein guter Handmixer tut es für diesen Erdbeerkuchen aber auch.
- Optional: Flohsamenschalen für extra Stabilität und Ballaststoffe (Diese* packe ich fast überall mit rein für eine extra Portion Ballaststoffe und einen stabilieren Blutzucker)
Zubereitung Schritt für Schritt
1) Boden backen
- Ofen auf 175 Grad Ober Unterhitze vorheizen.
- Springform mit Backpapier auslegen oder einfetten.
- Mandeln, Backpulver, Salz und Vanille mischen.
- Eier und geschmolzene Butter dazugeben, zu einem Teig verrühren.
- In die Form drücken und glatt streichen.
- Ca. 12–15 Minuten backen, bis der Rand leicht gold wird.
- Komplett auskühlen lassen.
Tipp: Der Boden wirkt erst weich und wird beim Abkühlen stabil. Nicht nervös werden.
2) Creme anrühren
- Quark und Joghurt in eine Schüssel.
- Erythrit-Puder einrühren, Vanille dazu, optional Zitronenabrieb.
- Wenn du es fester willst: Flohsamenschalen einrühren und 10 Minuten quellen lassen.
- Creme auf den abgekühlten Boden geben und glatt ziehen.
3) Erdbeeren drauf, fertig
- Erdbeeren waschen, trocken tupfen, schneiden.
- Hübsch oben drauf verteilen.
- Optional: Pistazien oder Mandelsplitter drüber.
Kühlzeit: Mindestens 1 Stunde. Perfektionisten lassen ihn 3 Stunden im Kühlschrank. Dann schneidet er wie ein Traum. Muss aber nicht zwingend.
So machst du den zuckerfreien Erdbeerkuchen noch blutzuckerfreundlicher
Wenn du wirklich auf Stabilität beim Blutzucker achtest, sind das die kleinen Stellschrauben:
- Mehr Protein: Skyr statt Joghurt, oder einen Teil Quark durch Skyr ersetzen
- Mehr Ballaststoffe: Flohsamenschalen helfen, machen satt und stabilisieren die Creme (würde ich für kleinere Kinder aber weglassen, da ihre Verdauung mit zu vielen Ballaststoffen noch nicht so gut zurecht kommt)
- Portionen: Ja, es ist Kuchen. Aber wenn du ihn sättigender baust, brauchst du oft weniger Stücke
Und falls du generell in das Thema einsteigen willst:
Schau dir auch meinen Beitrag zur Insulinresistenz Ernährung an. Da bekommst du viele hilfreiche Informationen rund um Insulinresistenz und die blutzuckerfreundliche Ernährung.
Und falls du bereits weißt, dass du deinen Blutzuckerspiegel senken solltest: diese Blutzucker Checkliste hilft dir dabei, die Blutzuckerkontrolle zurückzugewinnen und dir deinen Alltag zu erleichtern.
Zur Blutzucker Checkliste (für 0 Euro herunterladen!)
Varianten: wenn du Abwechslung willst, ohne neu zu denken
Variante 1: Erdbeerkuchen ohne Zucker und ohne Milchprodukte
- Quark und Joghurt ersetzen durch eine dicke Kokosjoghurt-Alternative
- Süßen mit Erythrit oder etwas Stevia-Mix
- Boden bleibt gleich
Variante 2: Erdbeerkuchen Rezept als Blech
- Zutaten verdoppeln
- auf Backblech verteilen
- Backzeit Boden: ca. 18 Minuten
Diese Variante ist toll für die Kita oder die Geburtstagsfeier im Garten.
Variante 3: Crunch-Version
- gehackte Nüsse kurz anrösten (yummy!)
- oben drüber streuen
- macht ihn „kuchenmäßiger“ und weniger „dessertig“
Typische Fehler (damit dein Kuchen nicht traurig wird)
- Boden zu früh belegt: warm + Creme = weich. Boden IMMER abkühlen lassen.
- Erythrit kristallisiert: Nimm Erythrit-Puder oder mixe es kurz fein.
- Erdbeeren zu nass: wirklich trocken tupfen, sonst wird die Oberfläche wässrig.
- Zu wenig Kühlzeit: der Kuchen wird im Kühlschrank erst richtig gut.
Q&A: 7 Fragen zum zuckerfreien Erdbeerkuchen
1) Ist das wirklich ein Erdbeerkuchen ohne Zucker?
Ja, wenn du keinen Industriezucker verwendest. Erdbeeren enthalten natürlich Fruchtzucker, aber der Kuchen kommt ohne zugesetzten Zucker aus. Deshalb ist „zuckerfreier Erdbeerkuchen“ hier im Sinne von „ohne zugesetzten Zucker“. Wenn du es gar nicht so süß magst und deine Erdbeeren süß genug sind, kannst du Erythrit und Co. aber auch ganz weg lassen.
2) Welches Süßungsmittel eignet sich am besten?
Für dieses Erdbeerkuchen Rezept mag ich Erythrit, weil es neutraler ist. Xylit geht auch, schmeckt manchen sogar besser. Wenn du empfindlich reagierst, starte mit weniger. Ich kaufe Erythrit am liebsten im 1kg-Vorteilspack*.
3) Kann ich den Kuchen am Vortag vorbereiten?
Unbedingt. Er wird sogar besser, weil die Creme fester wird. Erdbeeren aber am besten frisch oder spätestens am Morgen drauf, damit sie schön aussehen.
4) Wie lange hält der zuckerfreie Erdbeerkuchen im Kühlschrank?
Etwa 2 Tage richtig gut. Danach geht es noch, aber die Erdbeeren werden weicher. Wenn du meal-preppen willst: Boden und Creme vorbereiten, Erdbeeren frisch drauf.
5) Kann ich das Erdbeerkuchen Rezept auch mit TK-Erdbeeren machen?
Geht, aber nur bedingt. TK-Erdbeeren geben viel Wasser ab und machen das Topping matschig. Wenn dann: auftauen, abtropfen lassen, sehr gut trocken tupfen. Frische Erdbeeren sind hier klar besser.
6) Ist der Erdbeerkuchen ohne Zucker geeignet bei Insulinresistenz?
Er kann deutlich besser passen als klassischer Erdbeerkuchen, weil er mehr Protein und Fett enthält und keinen zugesetzten Zucker. Trotzdem gilt: Gesamtportion zählt. Und am besten als Dessert nach einer proteinreichen Mahlzeit.
7) Kann ich den Kuchen einfrieren?
Ich würde es nicht empfehlen, weil die Creme und Erdbeeren nach dem Auftauen oft wässrig werden. Den Boden allein kannst du aber super einfrieren und später frisch belegen.
Wenn du noch mehr „ohne Zuckerschock“ willst
Wenn du nach dem Kuchen gerade im „Okay, ich will mehr davon“-Modus bist, dann passen diese Artikel thematisch richtig gut:
- Pflaumenzeit ohne Zuckerschock: ähnlich vom Prinzip her, wie man Obst clever kombiniert und trotzdem Genuss hat (Zum Blogartikel)
- Grüner Smoothie mit Kollagen: für ein Frühstück, das dich nicht schon um 10 Uhr ans Snack-Regal denken lässt (Zum Blogartikel)
- Wenn du Bärlauch gerade auch auf dem Zettel hast: der Beitrag zum schnellen Bärlauchpesto passt super als herzhafte Ergänzung zu deinem Wochenplan (Zum Blogartikel)
Fazit: Ein einfaches Erdbeerkuchen Rezept, das wirklich nach Kuchen schmeckt
Dieser zuckerfreie Erdbeerkuchen ist genau die Art Rezept, die man braucht, wenn man gesünder essen will, aber keine Lust auf „Kompromisskuchen“ hat.
Du bekommst:
- ein Erdbeerkuchen Rezept, das schnell geht
- eine Version als Erdbeerkuchen ohne Zucker, die satt macht
- Sommergeschmack ohne Zuckerschock
- und die Chance, dass sogar dein Mann sagt: „Mach den nochmal.“
Wenn du ihn nachbackst: Schreib mir in die Kommentare, ob du Team „mehr Zitrone“ oder Team „mehr Vanille“ bist.
P.S.: Wenn du öfter mehr Rezepte willst, die blutzuckerfreundlich sind und trotzdem nach Leben schmecken, dann trag dich in meinen Newsletter ein. Als Dankeschön bekommst du meinen blutzuckerfreundlichen Ernährungsplan mit wirklich leckeren Frühstücksrezepten, Mittagessen und Abendessen (plus meine Lieblingssnacks!) Zum Ernährungsplan
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