„Oma, wie viel Zucker muss da rein?“ Kennst du das? Du stehst mit deiner Oma oder Mama in der Küche, es riecht nach Zimt und Vanille – und dann kippen sie gefühlt ein Kilo Zucker in die Schüssel. Du schluckst kurz und denkst: „Okay… und das sollen wir essen?“ Offenbar war das früher normal und an zuckerfreie Plätzchen wurde kein Gedanke verloren… aber irgendwie ist es jetzt wohl auch kein Wunder, dass mein Opa an Diabetes erkrankt ist und Insulin spritzen muss.
Plätzchenbacken gehört für mich allerdings zu Weihnachten wie Glühwein zum Weihnachtsmarkt. Aber: Die Zuckermenge, die da oft reinkommt, haut selbst den stärksten Blutzucker aus den Socken. Und mal ehrlich: Kinder haben in der Adventszeit eh schon genug Süßkram, oder nicht?
Die gute Nachricht: Du kannst Plätzchen auch zuckerfrei backen – und sie schmecken nicht nach „Verzicht“, sondern richtig lecker. Das verspreche ich dir!
Die Rezepte findest du weiter unten im Beitrag.
Warum zuckerfreie Plätzchen backen?
Bevor wir zum Teig rollen übergehen, kurz die Frage: Warum eigentlich Plätzchen ohne Zucker?
- Gesundheit: Zucker lässt den Blutzuckerspiegel Achterbahn fahren, sorgt für Heißhunger und Crashs.
- Kinderfreundlich: Sie bekommen doch schon genug Süßes – da ist ein Ausgleich Gold wert.
- Geschmack: Mit den richtigen Alternativen schmecken Plätzchen oft aromatischer, weil Gewürze und Nüsse besser zur Geltung kommen – so wird’s noch weihnachtlicher.
- Alltagstauglich: Viele zuckerfreie Plätzchen sind auch für Leute mit Insulinresistenz, Schwangerschaftsdiabetes oder Prädiabetes perfekt geeignet.
Mein Sohn bekommt daher auch einen zuckerfreien Adventskalender. In unserem Artikel 31 Adventskalender Ideen ohne Zucker für Kinder findest du viel Inspiration, wie du deinen zuckerfreien Adventskalender füllen und gestalten kannst.
Zucker ist weder für Kinder noch für Erwachsende gesund – er macht uns müde, hungrig auf Süßes und dick. Mit unserem blutzuckerfreundlichen Ernährungsplan lernst du, wie eine blutzuckerfreundliche Ernährung im Alltag aussieht und vor allem, dass blutzuckerfreundliche Ernährung nicht automatisch Verzicht bedeutet (sondern sogar richtig lecker und simpel ist).
Wenn dich das interessiert (Der Ernährungsplan kostet dich kein Geld!): hier entlang
👉 Zuckerfrei heißt übrigens nicht „fad“. Sondern: Süße aus natürlichen Alternativen. Da irren sich tatsächlich viele Leute.
Zuckerersatz beim Plätzchenbacken – was funktioniert?
Damit du nicht im Supermarkt vor dem Regal stehst und planlos denkst „WTF, was ist Erythrit?“, hier ein Überblick für dich:
Natürliche Alternativen
- Erythrit: kalorienfrei, süßt ca. 70 % so stark wie Zucker, blutzuckerneutral.
- Xylit (Birkenzucker): süßt ähnlich wie Zucker, auch gut zum Backen. Aber Achtung: nicht für Hunde geeignet!
- Dattelzucker oder Dattelpaste: fruchtig, karamellig, passt super in Weihnachtsrezepte und ist auch für Kinder geeignet.
- Stevia: sehr süß, aber oft bitter im Nachgeschmack – lieber in Kombi mit Erythrit nutzen.
Tipp:
Teste dich langsam ran. Jeder Ersatz hat eine andere Süßkraft. Und manchmal reicht schon weniger – weil Vanille, Zimt und Nüsse die natürliche Süße verstärken.
❗️Wichtiger Hinweis: Xylit und Erythrit sind für Kinder ungeeignet
Vielleicht fragst du dich: „Warum nehme ich nicht einfach Erythrit – das ist doch super kalorienfrei?“
👉 Für Erwachsene stimmt das, aber für Kinder gilt: lieber nicht.
Die Gründe sind Folgende:
- Kinder reagieren schon auf kleine Mengen empfindlich.
- Erythrit wird im Darm nicht vollständig aufgenommen → dadurch entstehen Blähungen, Bauchweh und sogar Durchfall.
- Es gibt kaum Langzeitstudien zur Sicherheit bei Kleinkindern.
- Außerdem gewöhnen sich Kinder dadurch weiter an den extrem süßen Geschmack.
➡️ Deshalb habe ich alle Rezepte in diesem Artikel mit Dattelsüße angepasst. Sie ist natürlich, ballaststoffreich und schmeckt leicht karamellig – perfekt für Kinderplätzchen. Wir backen nur noch mit Dattelsüße und kaufen regelmäßig diese hier* – genau diese gibt es inzwischen auch in gut sortierten Lebensmittel-Märkte wie in unserem Edeka.
5 Rezepte für zuckerfreie Plätzchen

Hier kommen meine fünf Lieblingsrezepte – alle erprobt und familienfreundlich. Die Kinder lieben natürlich die zum Ausstechen am liebsten, aber ich mag die anderen lieber. Ganz sicher ist aber für jeden etwas dabei! Und die Advents- und Weihnachtszeit ist ja lang genug, sie alle auszuprobieren, nicht wahr?
1. Vanillekipferl mit Dattelsüße
Zutaten (ca. 40 Stück)
- 280 g Dinkelmehl
- 200 g gemahlene Mandeln
- 200 g weiche Butter
- 100 g Dattelsüße
- 2 Eigelb
- 1 Vanilleschote
Zum Wälzen
- 2 EL Dattelsüße (fein gemahlen)
- 1 TL Vanillepulver
Zubereitung
- Mehl, Mandeln, Dattelsüße, Eigelb und Butter zu einem glatten Teig verkneten.
- 30 Min. kühlstellen.
- Kleine Kipferl formen und aufs Backblech legen.
- Bei 175 °C ca. 10–12 Min. backen.
- Noch warm in Dattelsüße + Vanille wälzen.
👉 Tipp: Mit Mandelmehl statt Dinkelmehl werden sie besonders nussig. Und mit einer passenden Kipferl-Backform* werden sie schön gleichmäßig – das erleichtert dir das Backen, denn so brauchen sie alle gleich lang im Backofen!
2. Zimtsterne mit Dattelsüße
Zutaten (ca. 30 Stück)
- 3 Eiweiß
- 250 g gemahlene Mandeln
- 200 g gemahlene Haselnüsse
- 120 g Dattelsüße
- 2 TL Zimt
- 1 Spritzer Zitronensaft
Zubereitung
- Eiweiß steif schlagen, dann Dattelsüße langsam unterrühren.
- 3 EL vom Eischnee für die Glasur abnehmen.
- Rest mit Nüssen, Zimt und Zitronensaft vermengen.
- Teig auf Backpapier ausrollen, Sterne ausstechen.
- Mit dem restlichen Eischnee bestreichen.
- Bei 150 °C Umluft ca. 12–15 Min. backen.
👉 Sie werden nicht so hell wie mit Zucker, dafür super aromatisch und saftig.
3. Kokosmakronen mit Dattelsüße
Zutaten (ca. 20 Stück)
- 3 Eiweiß
- 200 g Kokosraspel
- 80 g Dattelsüße
- 1 TL Vanille
Zubereitung
- Eiweiß steif schlagen.
- Dattelsüße und Vanille unterheben.
- Kokosraspel vorsichtig unterrühren.
- Mit zwei Teelöffeln kleine Häufchen aufs Backblech setzen.
- Bei 160 °C ca. 15 Min. backen.
👉 Optional: mit geschmolzener zuckerfreier Schokolade (z. B. 100 % Kakao + Kokosöl + Dattelsirup) verzieren.
4. Zuckerfreie Plätzchen zum Ausstechen mit Dattelsüße (ohne Erythrit perfekt für Kinder!)
Zutaten (für ca. 40 Stück)
- 300 g Dinkelmehl (Type 630)
- 150 g Butter (kalt, gewürfelt)
- 100 g Dattelsüße (fein gemahlenes Dattelpulver)
- 1 Ei
- 1 TL Vanilleextrakt oder gemahlene Vanille
- 1 TL Backpulver
- 1 Prise Salz
Zubereitung
- Mehl, Backpulver, Salz und Dattelsüße in eine Schüssel geben.
- Kalte Butterwürfel dazugeben und mit den Fingern zu Streuseln verreiben.
- Ei und Vanille hinzufügen, zu einem glatten Teig verkneten.
- In Frischhaltefolie wickeln und 30 Min. kaltstellen.
- Teig auf einer leicht bemehlten Fläche ausrollen (ca. 0,5 cm dick).
- Mit Ausstechförmchen Figuren ausstechen und auf ein Backblech legen.
- Bei 180 °C Ober-/Unterhitze ca. 8–10 Min. backen, bis die Ränder goldbraun sind.
👉 Tipp: Kokosflocken färben! Plätzchen nach dem Backen mit einer Glasur aus Puder-Erythrit + Zitronensaft dekorieren und mit bunten Kokosflocken bestreuen. Kokosflocken sind mit Lebensmittelfarbe ganz einfach zu färben (einfach Kokosflocken mit ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe mischen). Bunte Kokosflocken sind lecker, sehen toll aus und sind so eine super Alternative! Denn diese bunten Dekoperlen aus dem Supermarkt sind purer Zucker und ein echter Albtraum für die Zähne und den Blutzucker deines Kindes.
Mit Ausstechern, die gerade zu den Interessen deines Kindes passen, wirst du Mama oder Papa des Jahres, trust me! Ich persönlich hätte es zwar gern ein bisschen weihnachtlicher, aber die backe ich dann eben selbst. Denn das Leuchten in den Augen meines Kindes beim Backen seiner Bagger-Plätzchen ist unbezahlbar!
Bei meinem Sohn kommen diese Ausstecher gerade super an:
Mein Patenkind ist schon etwas älter und liebt diese Pokémon Ausstecher* (und wenn ich ehrlich bin, liebe ich diese auch – ich bin und bleibe ein Millennial).
5. Nussplätzchen mit Dattelsüße
Zutaten (ca. 30 Stück)
- 200 g gemahlene Haselnüsse
- 100 g gemahlene Mandeln
- 2 Eier
- 90 g Dattelsüße
- 1 TL Zimt
- 1 TL Backpulver
- 1 EL Milch oder Pflanzenmilch
Zubereitung
- Eier mit Dattelsüße cremig aufschlagen.
- Nüsse, Zimt und Backpulver untermischen.
- Falls zu fest, etwas Milch zugeben.
- Kleine Kugeln formen, aufs Backblech setzen, leicht andrücken.
- Bei 170 °C ca. 12 Min. backen.
👉 Nach dem Backen können die Plätzchen mit einer Glasur aus Dattelsirup + Kakao bestrichen werden.
Haselnüsse sind für mich übrigens der perfekte Snack in der Weihnachtszeit – gute Fette, ohne Zucker und damit sehr blutzuckerfreundlich. Esse ich gerne mal zwischendurch – einfacher geht’s nicht!
Praxistipp: Austausch-Tabelle für Zucker, Erythrit, Xylit & Dattelsüße
Als Erwachsener kannst du auch Erythrit oder anderes Süßungsmittel verwenden. Hier habe ich eine Tabelle für dich, damit du weißt, wie du Dattelsüße in den Rezepten ersetzen kannst:
| Süßungsmittel | Süßkraft im Vergleich zu Zucker | 100 g Zucker entsprechen ca. | Besonderheiten |
| Zucker (Haushaltszucker) | 100 % | 100 g | Standard, süßt voll, aber blutzuckerwirksam |
| Xylit (Birkenzucker) | ~100 % | 100 g | Süßt fast wie Zucker, kalorienärmer, nicht für Hunde |
| Erythrit | ~70 % | 130–140 g | Kalorienfrei, blutzuckerneutral, kann bei Kindern Bauchweh verursachen |
| Dattelsüße (Pulver aus getrockneten Datteln) | ~70–80 % | 120–130 g | Enthält Ballaststoffe, mineralstoffreich, leicht karamelliger Geschmack |
| Dattelpaste (frisch pürierte Datteln) | ~60–70 % | 140–150 g | Gibt Feuchtigkeit in den Teig → Flüssigkeit im Rezept evtl. reduzieren |
Faustregel fürs Backen
- Xylit kannst du 1:1 wie Zucker einsetzen.
- Erythrit: nimm ca. 30 % mehr als im Rezept angegeben.
- Dattelsüße (Pulver): nimm ca. 20–30 % mehr und reduziere evtl. etwas Mehl, da Dattelsüße trocken ist.
- Dattelpaste: ca. 40–50 % mehr, Flüssigkeit im Rezept reduzieren, da sie Feuchtigkeit mitbringt.
👉 Wichtig:
- Bei Rezepten, die stark vom Volumen abhängen (z. B. Baiser), funktioniert Erythrit oder Xylit besser als Dattelsüße.
- Für Kinder: besser Dattelsüße oder Dattelpaste statt Zuckeralkohole.
Tipps für perfektes zuckerfreies Backen
- Nicht übertreiben: Zuckerersatz schmeckt anders – lieber Schritt für Schritt ausprobieren.
- Gewürze nutzen: Zimt, Vanille, Kardamom, Nelken bringen Süße ins Aroma.
- Kleinere Portionen: Zuckerfreie Plätzchen sind oft sättigender.
- Lagerung: Erythrit neigt zum Kristallisieren – Plätzchen daher luftdicht lagern.
Good to know: Zuckerfrei ist älter als gedacht
Wusstest du, dass die allerersten Weihnachtsplätzchen im Mittelalter komplett ohne Zucker waren? Zucker war damals ein Luxusgut. Gesüßt wurde mit Honig, getrockneten Früchten oder Sirup. Zuckerfreie Plätzchen sind also eigentlich viel traditioneller, als wir denken.
Q&A: Typische Fragen zu zuckerfreien Plätzchen
❓ Schmecken die Plätzchen wirklich wie „echte“?
Ja! Mit Nüssen, Gewürzen und Butter schmecken sie mindestens genauso lecker – nur etwas leichter.
❓ Kann ich jedes Rezept einfach 1:1 umwandeln?
Meistens ja, aber du musst die Mengen anpassen. Erythrit süßt z. B. nur 70 % so stark wie Zucker.
❓ Welche Süßungsalternative ist die beste?
Erythrit ist super für knusprige Plätzchen, Xylit für saftige. Datteln passen gut in Müsliriegel oder Energiekugeln.
❓ Sind zuckerfreie Plätzchen auch für Kinder geeignet?
Ja – gerade für Kinder sind sie super. Nur bei Xylit aufpassen: Hunde vertragen es nicht.
❓ Kann ich die Plätzchen einfrieren?
Absolut. Besonders Vanillekipferl und Zimtsterne lassen sich perfekt einfrieren.
Bonus: Backen mit Kindern – ohne Chaos (naja, fast 😉)
- Vorbereitung: Stell alle Zutaten bereit, sonst fliegt dir das Mehl um die Ohren.
- Mini-Aufgaben geben: Kinder können Teig kneten, ausstechen oder verzieren.
- Erwartungen runterschrauben: Perfekte Sterne sind nett – aber die krummen Plätzchen sind die, die dein Kind mit Stolz serviert.
Fazit: Zuckerfreie Plätzchen – Weihnachten ohne Zuckerschock
Zuckerfreie Plätzchen sind kein Verzicht, sondern eine Einladung: zu mehr Aroma, weniger Crashs und einem Advent voller Genuss. Ob Vanillekipferl, Zimtsterne, Kokosmakronen oder zuckerreie Plätzchen zum Ausstechen mit den Kindern – mit den richtigen Rezepten bist du bestens gewappnet.
👉 Probiere es aus: Dieses Jahr gibt’s bei dir Plätzchen ohne Zucker – und ich wette, deine Familie wird keinen Unterschied merken.
Und wenn Oma fragt: „Wo ist denn der Zucker?“, sagst du einfach: „Brauchen wir nicht.“ Das glaubt dir keiner – bis sie probiert. Und insgeheim wollen sie doch alle ein bisschen mehr auf sich achten, oder?
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